IB Pflegeeltern

Vergütung

 

Vergütung für Pflegeeltern

Pflegegeld bei Vollzeitpflege

Pflegeeltern haben bei Aufnahme eines Pflegekindes in eine Vollzeitpflege nach §33 in Verbindung mit §39 SGB VIII einen Anspruch auf Pflegegeld. Es besteht aus einem Anteil für die materiellen Kosten (Unterhaltskosten) sowie einem Beitrag für die Erziehung. Die materiellen Kosten sind nach dem Alter des Pflegekindes gestaffelt und sollen die regelmäßigen Kosten der Unterbringung decken. Bei einer qualifizierten Pflegefamilie kann sich das Pflegegeld bis zu einem dreifachen Satz erhöhen. Die Höhe des Pflegegeldes ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Teilweise variiert es von Jugendamt zu Jugendamt. Rein rechtlich bleiben die leiblichen Eltern unterhaltspflichtig, auch wenn sie das Sorgerecht nicht mehr ausüben. Um jedoch den Unterhalt des Pflegekindes sicherzustellen, zahlt das Jugendamt das Pflegegeld direkt an die Pflegeeltern aus. Die konkreten Beträge im Einzelfall erfahren Sie bei einem Beratungsgespräch des IB.

Neben den Unterhaltskosten zahlt das Jugendamt auch einen Beitrag zur Erziehung. Darüber hinaus gewährt das Jugendamt auf Antrag Zusatzleistungen, die vom Einzelfall abhängen. Deshalb können wir Sie erst im konkreten Beratungsgespräch darüber informieren.  

Steuern und Kindergeld

Das Pflegekind wird in die Steuerkarte eines Pflegeelternteils eingetragen. Ebenso erhalten die Pflegeeltern das Kindergeld. Die Höhe hängt von der Reihenfolge der Geschwister ab. Das Kindergeld wird allerdings anteilig mit dem Pflegegeld verrechnet. Bei einem Pflegekind wird das Erstkindergeld zur Hälfte angerechnet, bei weiteren Pflegekindern zu jeweils 25 Prozent. Zwar haben Pflegeeltern Anrecht auf Elternzeit; allerdings besteht in der Regel kein Anspruch auf Elterngeld. Das Pflegegeld und weitere Sonderleistungen sind nach § 3 Nr. 11 Einkommensteuergesetz Beihilfen und somit steuerfrei. Dies gilt allerdings nicht, wenn die Pflegschaften gewerbsmäßig betrieben werden. Die Steuerbehörden gehen ab sieben Pflegekindern von einer gewerblichen Pflegeeinrichtung aus.

Renten- und Unfallversicherung

Pflegeeltern haben nach §39 Abs. 4 SGB VIII ebenso Anspruch auf Beiträge zu der gesetzlichen Renten- sowie zu einer Unfallversicherung. Das Gesetz im Wortlaut: „Die laufenden Leistungen umfassen auch die Erstattung nachgewiesener Aufwendungen für Beiträge zu einer Unfallversicherung sowie die hälftige Erstattung nachgewiesener Aufwendungen zu einer angemessenen Alterssicherung der Pflegeperson. Sie sollen in einem monatlichen Pauschalbetrag gewährt werden.“ Nordrhein-Westfalen orientiert sich beispielsweise bei der Höhe an der gesetzlichen Unfallversicherung und zahlt aktuell jährlich einen Beitrag von 79,38 Euro. Für die Alterssicherung eines Pflegeelternteils übernimmt das Jugendamt die Hälfte des Mindestbeitrags; aktuell sind dies 39,80 Euro monatlich.